Singida

Die Stadt Singida liegt in der gleichnamigen Region, zentral in dem ostafrikanischen Staat Tansania. Die Menschen, die hier leben, sind geprägt durch die unwirtlichen Bedingungen. Jede Familie sorgt für das eigene Überleben. In der Regenzeit wird angebaut und geerntet. Dann wird jede helfende Hand gebraucht. In der Trockenzeit, wenn alles von rotem Staub bedeckt ist, wird von den Vorräten gezehrt. Die meisten Menschen hier sind Bauern, einige betreiben kleine Läden oder Haarsalons, doch Handel gibt es kaum. Es gibt keine Industrie, keinen Tourismus. Der Wert von Bildung ist vielen nicht bewusst, Schüler werden in der Erntezeit zu Hause behalten um auf den Feldern zu helfen. In der Trockenzeit müssen sie oft weite Strecken zurücklegen, um eine Wasserstelle zu finden, die noch nicht ausgetrocknet ist. 

 

Unter diesen Umständen ist ein Kind, das anders ist, eine Belastung, die viele nicht tragen können. Die Ursachen für Behinderungen sind nicht bekannt. Das Unwissen führt zu Aberglauben. Religionsübergreifend wird ein behindertes Kind als eine Strafe Gottes angesehen. Als solches befleckt es die Familie. Viele Kinder werden zu den Großeltern geschickt, die sich aber oftmals nicht richtig kümmern können. Andere Kinder werden zu Hause versteckt. Eingesperrt im Haus, sehen sie nie die Sonne, kennen, außer dem engsten Familienkreis, keine anderen Menschen. Keiner soll diese Kinder sehen oder auch nur von ihrer Existenz wissen.

 

 

Hier setzt das Malaika-Projekt an. Die Lehrer vor Ort gehen in die Wohnviertel und Dörfer und suchen nach den Kindern. Das ist eine langwierige und mühevolle Arbeit. Oft stoßen sie auf Ablehnung und Misstrauen. Am Ende aber nehmen viele Eltern die Hilfe dankbar an. So kommen immer mehr Kinder in das Malaika-Projekt. Hier müssen sie sich nicht mehr verstecken. Die Lehrer kämpfen für die Anerkennung und die Rechte der behinderten Kinder. Hier wird ihnen ein Platz zum ICH-sein gegeben!